Gendern – welche Form ist richtig?

Gendern ist ein heiß diskutiertes Themen – die einen lehnen es komplett ab, die anderen sagen, ohne Gendern könne kein Text mehr funktionieren. Und dann gibt es noch die Diskussion darüber, welche Variante denn nun die „einzig wahre“ ist. Doch welche Varianten gibt es eigentlich? Und wie individuell kann man sich für eine entscheiden?

Gendern oder Nicht-Gendern?

…das ist hier die Frage! Bei der Gender-Debatte gibt es eigentlich nur zwei Lager: Ja, muss sein und Nein, will ich nicht. Dazwischen ist eher wenig los. Bei der Überlegung, ob in Texten gegendert wird, sollte man sich die Frage stellen: Wen möchte ich mit meinen Texten erreichen? Welche Geschlechter möchte ich ansprechen oder auch nicht? Muss ich gendern oder nicht?

Wir gendern selbst in unseren Texten, da wir als Kommunikations-Agentur eine große Verantwortung bei uns sehen. Dennoch sind wir der Meinung: Gendern sollte kein Zwang sein. Auch die Argumente der „Gegenseite“ bzgl. Lesbarkeit und Co. haben durchaus ihre Berechtigung.

Das Gute an der Gender-Debatte ist, dass wir uns mehr damit beschäftigen, wie wir eigentlich sprechen. An wen adressieren wir unsere Texte? Wen sprechen wir an bzw. wen schließen wir aus? Durch unsere Sprache drücken wir uns und unsere Haltung zu bestimmten Themen aus – eben auch zum Gendern.

Durch die Frage, ob Gendern oder Nicht-Gendern, überlegen sich nun viele Personen und Unternehmen, wie sie eigentlich kommunizieren und das finden wir toll. Welcher Weg auch immer im Anschluss gewählt wird – die Entscheidung wurde dann sicherlich bedachter getroffen, als vorher.

Welche Formen gibt es beim Gendern?

Wenn die Frage geklärt, ist ob überhaupt gegendert wird, ist das Thema jedoch noch nicht abgeschlossen. Denn nach dem OB stellt sich die Frage über das WIE?

Es gibt unterschiedliche Schreibweisen und auch Ansichten darüber, welche die richtige ist.

Ausgeschriebene Paarform

Eine Variante des Genderns ist es, die weibliche und auch männliche Form einfach auszuschreiben. Also „Leserinnen und Leser“, „Kundinnen und Kunden“. Was als Anrede in einem Brief noch gut funktioniert, ist innerhalb von zusammenhängen Texten schon etwas problematisch. So werden einzelne Sätze sehr lang und je nach Satzkonstellation auch ziemlich kompliziert. Allerdings eignet sich diese Version, wenn man Sternchen, Doppelpunkte und Binnen-I vermeiden möchte. Achtung: Bei der ausgeschriebenen Variante gilt wie beim Binnen-I, dass sich non-binäre Personen ggf. weiterhin nicht angesprochen fühlen.

Neutral gendern

Studierende, Mitarbeitende… bei einigen Begrifflichkeiten gibt es auch neutrale Formen. Dies ist eine gute Möglichkeit, alle Geschlechter anzusprechen und einen Satz nicht unnötig aufzuplustern. Jedoch funktioniert diese Schreibform nur für einige wenige Begriffe.

Gendern mit Binnen-I

MitarbeiterInnen, KundInnen, LeserInnen – eine weitere beliebte Gender-Variante ist das Binnen-I. So werden die weibliche und männliche Form einfach zusammengeschrieben und mit einem großen I kenntlich gemacht. So wird deutlich, dass sowohl männliche als auch weibliche Personen gemeint sind. Problematisch: Der Gender-Gap! Non-binäre Personen werden bei dieser Schreibweise nicht eingeschlossen.

Gendern mit Sternchen, Doppelpunkt, Unterstrich

Mitarbeiter*innen, Kund:innen, Leser_innen – dies sind drei verschiedene Gendervarianten, die jedoch alle eins berücksichtigen: den Gender-Gap!

Durch die Lücke zwischen den beiden Formen wird Platz für weitere Geschlechter gelassen – demnach berücksichtigen diese Schreibweisen nicht nur die männliche oder weibliche Variante, sondern auch alle anderen Geschlechter. Grundlegend wird diese Schreibweise immer beliebter und löst oftmals die anderen Formen ab.

Einige Versionen dieser Art sind für Vorlesesoftware echte Endgegner. Bei Mitarbeiter*innen oder Leser_innen wird das Sonderzeichen auch als „Sternchen“ oder „Unterstrich“ vorgelesen. Bei dem Doppelpunkt hingegen wird nur eine längere Pause gemacht. So ist der Doppelpunkt auch im Bereich der Barrierefreiheit im Netz gut geeignet.

Welche Schreibweise ist nun richtig?

Diese Frage ist einfach beantwortet: Es gibt bisher keine richtige Form. Wir stehen noch am Anfang dieser Debatte. Mit Sicherheit werden sich mit der Zeit bestimmte Formen durchsetzen. Dennoch: Die unterschiedlichen Varianten koexistieren nicht ohne Grund. Sie stehen für unterschiedliche Varianten und Interpretationsansätze und spiegeln somit auch den Grundgedanken der Debatte wider. Es gibt nicht nur richtig oder falsch, männlich oder weiblich – Geschlechter sind vielfältig und unsere Sprache ist es auch.

Daher gibt es nicht die eine richtige Art zu Gendern – wichtig ist die eigene Sprache und deren Kraft zu reflektieren.

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