Websites in Leichter Sprache – das solltet ihr wissen

Den meisten von uns sind Begriffe wie “Leichte Sprache” bzw. “Einfache Sprache” schon einmal begegnet. Aber wie genau sind sie definiert, wie unterscheiden sie sich und wie können Marketer:innen sie für einen inklusiven Markenauftritt nutzen?

Auf der Reise durchs World Wide Web sind den meisten von uns die Begriffe “Leichte Sprache” bzw. “Einfache Sprache” schon einmal begegnet. Nicht selten bieten Websites nämlich die Option, sie in Leichter Sprache anzeigen zu lassen.  

Und das aus gutem Grund: Denn als inklusives Kommunikationstool ist die Leichte Sprache auch aus der Markenwelt nicht mehr wegzudenken. Aber, was beinhaltet sie überhaupt? Wie genau ist Leichte Sprache definiert, wie unterscheidet sie sich von der sogenannten Einfachen Sprache und wie können Marketer:innen sie für einen inklusiven Markenauftritt nutzen? Wir klären auf! 

Einfache vs. Leichte Sprache – die Unterschiede 

Bevor wir uns die Vorteile Leichter Sprache genauer ansehen, klären wir zunächst, wo die Unterschiede zwischen Leichter und Einfacher Sprachgestaltung liegen. Denn obwohl die Begriffe häufig gleichbedeutend verwendet werden, unterscheiden sich die beiden Inklusions-Instrumente nicht nur in ihrer Aufmachung, sondern auch in der Zielgruppenansprache: 

Die Einfache Sprache ist als vereinfachte Version der deutschen Standardsprache definiert. Das bedeutet, dass sie im Sprachstil verständlicher und insbesondere weniger komplex gestaltet ist. So verzichtet man beim Verfassen zum Beispiel auf komplizierte Satzstrukturen oder weniger gebräuchliche Fremdwörter.  

Bei der Leichten Sprache handelt es sich um eine Spezialform der einfachen Sprache. Das Hauptziel bei der Verwendung der Leichten Sprache: besonders leichte Verständlichkeit! Was als besonders leicht verständlich gilt und was nicht ist dabei genauestens vorgeschrieben, denn seit 2006 gibt der Verein Netzwerk Leichte Sprache ein entsprechendes Regelwerk heraus. Die Leichte Sprache verwendet überwiegend kurze Hauptsätze und verzichtet weitestgehend auf Nebensätze. Der Fokus liegt außerdem auf der Nutzung geläufiger Worte. Auf schwierige Begriffe folgt immer eine Erklärung. 
 
Auch die Zielgruppen der zwei Sprachgestaltungen unterscheiden sich: Leichte Sprache richtet sich auch an Menschen mit Lernschwierigkeiten. Einfache Sprache richtet sich hingegen an Menschen, die kognitiv oder aufgrund von Sprachbarrieren Probleme haben, komplexere Texte zu verstehen. In der Einfachen Sprache dürfen Sätze deshalb etwas länger ausfallen, als in der Leichten Sprache.  

Die Vorteile leichter Sprache 

Durch die Verwendung Leichter Sprache auf der eigenen Website erreicht ihr also mehr Menschen mit eurer Markenbotschaft. Oder, andersherum formuliert, schließt weniger Menschen aus. So könnt ihr nicht nur euren Beitrag zu Vielfalt und Beteiligung leisten, sondern auch eure Zielgruppe erweitern. Auch Nutzer:innen, die gerade erst Deutsch lernen, noch ungeübte Leser:innen oder teilweise gehörlose Menschen profitieren von der leichten Sprachgestaltung.  
 
Ein weiterer – zugegeben ziemlich offensichtlicher – Vorteil der Leichten Sprache? Sie ist leicht! Und das bedeutet auch, dass ihr die Botschaften, die ihr euren (potenziellen) Kund:innen vermitteln möchtet, unkomplizierter „an den Mann/die Frau bekommt”. Win-win all the way! 

 

Tipps für die Markenkommunikation in leichter Sprache 

Bevor ihr euch direkt an die “Übersetzungsarbeit” macht, solltet ihr zunächst einige Informationen zu eurem Unternehmen zusammenstellen. Diese könnt ihr im Anschluss in Leichte Sprache überführen. Die Barrierefreie-Informationstechnik-Verordnung sieht dafür folgende Auswahlkriterien für Inhalte vor: 

  • Unternehmens- bzw. Markenvorstellung: Welchen Zweck erfüllt euer Produkt/euer Unternehmen? Was ist eure Hauptaufgabe und wen möchtet ihr erreichen? 
  • Internetauftritt: Wozu dient eure Website?  
  • Praktische Informationen: Gibt es praktische Informationen, die euer Produkt bzw. euren Service betreffen und die für eure Kund:innen wichtig sind? 

Für Laien ist es tatsächlich gar nicht so einfach, einen erfolgreich formulierten Text in Leichter Sprache zu überführen. Das Regelwerk vom Netzwerk Leichte Sprache e.V. erklärt Schritt für Schritt, worauf es bei der Texterstellung ankommt und unterstützt Marketer:innen in der Umsetzung. Online-Programme zur Überprüfung Leichter Sprache können ebenfalls hilfreich sein: Sie verraten euch, wie es um eure Wort- und Satzlänge steht oder ob sich noch zu viele Passivformulierungen im Text verstecken.  

Aber nicht nur inhaltlich, auch darstellungstechnisch benötigt eure Brand einen leichten Auftritt: Denn die Leichte Sprache sieht die Integration größerer Schriftarten ohne Serifen vor. Auch der Zeilenabstand sollte etwas größer ausfallen als bei herkömmlichen Texten. Ebenfalls eine Besonderheit der Leichten Sprache: Sie wird häufig durch passende Bebilderung ergänzt. Das erleichtert das Textverständnis auf Seiten der Nutzer:innen zusätzlich.  

Eure Text- und Bildideen rund um die leichte Sprachgestaltung stehen fest? Dann wird es Zeit, Menschen mit Lernschwierigkeiten (als primäre Zielgruppe) für die Prüfung des Contents miteinzubeziehen. Ihr Feedback gibt wertvollen Aufschluss darüber, wie verständlich eure Inhalte wirklich sind. Tipp: Den Kontakt zur Zielgruppe stellt ihr am besten über die nachstehend genannten Übersetzungsbüros für Leichte Sprache her.  

Let’s talk Technik: So integriert ihr eure Website in Leichter Sprache 

Das alles klingt gut und ihr möchtet die Leichte Sprache auf eurer Website integrieren? Super! Damit das Vorhaben gelingt, solltet ihr einiges beachten. Denn für das richtlinienkonforme Anlegen eurer Website in Leichter Sprache braucht es mehr als ein “Copy & Paste” des leichter formulierten Ausgangstexts. Wir haben die wichtigsten Tipps für euch zusammengefasst: 
 
Holt euch Spezialist:innen-Support 
Egal, wie gut eure Vorbereitung ist: Die erfolgreiche Integration von Texten in Leichter Sprache kann schlussendlich nur mithilfe echter Expert:innen gelingen. Holt euch deshalb Unterstützung von speziellen Übersetzungsbüros für Leichte Sprache. Die dort beschäftigten Spezialist:innen kennen sich mit den Anforderungen an Websites in Leichter Sprache bestens aus und unterstützen euch auf dem Weg zu leicht gestalteter Markensprache. 
 
Entscheidet, welche Website-Bereiche für die Übersetzung in Frage kommen 
Gemeinsam mit den Spezialist:innen solltet ihr dann entscheiden, welche Website-Bereiche für die Überführung in Leichte Sprache in Frage kommen. Vielleicht sind nämlich nicht alle dort hinterlegten Informationen für jede Zielgruppe von gleicher Bedeutung. Beispiel: Vielleicht sind Hintergrundinformationen rund um euer Unternehmen für einige Nutzer:innen weniger relevant als Produkt- und Serviceinformationen zu eurer Marke. Entsprechend ist die Übersetzung in Leichte Sprache nicht zwingend für alle Landingpages nötig.  
 
Layout beachten 
Neben Text und Bildmaterial ist auch das Text-Layout für die erfolgreiche Integration Leichter Sprache entscheidend.  Das Layout sollte beispielsweise so gestaltet sein, dass ein Zeilenumbruch möglichst selten vor dem Satzende zu finden ist.  
 
Macht’s sichtbar 
Dass ihr eure Website auch in Leichter Sprache anbietet, solltet ihr möglichst prominent kommunizieren. Die entsprechende Umschalt-Auswahl solltet ihr deshalb leicht auffindbar auf der Startseite platzieren.  
 
Navigationsleiste nicht vergessen 
Wenn Texte zwar ausgetauscht werden, die Navigationsleiste jedoch unverändert fortbesteht, bereitet das Nutzer:innen Leichter Sprache Schwierigkeiten. So können sie nur schwer nachvollziehen, wo sie welche Sprache erwartet. Deshalb geht mit der Bild- und Textanpassung auf der Website häufig auch die Notwendigkeit für ein neues Website-Template einher. Dieses neue Template sollte die Navigation erleichtern und einen angepassten Seitenaufbau in Leichter Sprache beinhalten. Aktuellen Empfehlungen zufolge besteht eine nutzerfreundliche Website-Navigation aus maximal fünf Navigationspunkten in Haupt- und Submenü. Aus der Navigation sollte außerdem klar hervorgehen, welche Website-Bereiche ihr in Leichter Sprache anbietet und welche nicht.

Leicht loskommunizieren 

Fazit: Auch in Leichter Sprache kann man markenkonform kommunizieren, man muss nur wissen, wie! Fernab von offiziellen Guidelines und Regelwerken beschreibt dies auch ein Credo, das wir bei forsch&wild täglich leben. Wenn ihr also das Projekt “Leichte Sprache” für euren Markenauftritt angehen wollt, helfen euch die oben genannten Tipps mit Sicherheit bei der Umsetzung.  

Für die Übersetzung in Leichte Sprache fehlt euch noch die grundsätzliche Sprachrichtung, die ihr mit eurer Brand einschlagen wollt? Dann checkt unbedingt unseren Blogpost zum Thema Tone of Voice

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